Nike-Spot: Die Vorrundenbilanz

Zunächst einmal startet der Ivorer Didier Drogba in den Spot, dribbelt sich durch. Wir wissen alle, was mit Drogba vor der WM passiert ist. Und obwohl er sich in keinen Zweikampf werfen konnte, traf er immerhin gegen den fünfmaligen Weltmeister Brasilien. Die Elfenbeinküste ist so gut wie ausgeschieden, womit der erste Nike-Fußballer weg von Fenster wäre.

Anschließend klärt Fabio Cannavaro, seines Zeichens Weltmeister 2006 mit Italien, ein Weltklasse-Verteidiger, auf der Linie. Hätte er heute vielleicht häufiger machen wollen. Sang-, klang- und lustlos verlor die Squadra Azzura gegen die Slowaken mit 2:3. Damit fährt auch der zweite Nike-Fußballer nach Hause.

Anschließend kommt Wayne Interessiert’s ins Spiel. Für ihn ist dann am Sonntag Schluss; und in der Vorrunde hat er keine einzige Bude gemacht. Er wirkt ausgelaugt, müde, nicht richtig fit, nun ja. Der Trailerpark wird wohl trotzdem nicht auf ihn warten, dazu ist der Mann viel zu reich. Im Spot sieht er auf einem Billboard Franck Ribéry. Ahahahaha!! Was war noch mal mit der französischen Nationalmannschaft? Der dritte Nike-Fußballer ist raus.

Anschließend kommt Ronaldinho ins Spiel. Müssen wir noch groß diskutieren? Der ist unverletzt und trotzdem nicht dabei. Tja. Und plötzlich spielt die brasilianische Nationalmannschaft wieder ehrlichen Fußball. Puh. Damit ist der vierte Nike-Fußballer futsch.

Als letzter Akteur kommt Cristiano Ronaldo, seines Zeichens Offensiv-Zauberer von Real Madrid, für Portugal ins Spiel. Er dribbelt und dribbelt und wird weggegrätscht. Bisher hat er von all den Nike-Gurken die beste Leistung gebracht. Im ersten Spiel bis auf eine Aktion unsichtbar, im zweiten Spiel von den Nordkoreanern bewundert (die damit allerhand zu tun hatten, neben Kim Jong-il noch einen zweiten Deppen zu bewundern), wird seine Mannschaft so gut wie sicher im Achtelfinale vertreten sein.

Rooney und Ronaldo also. Die beiden, die sich während der WM 2006 in Deutschland fast geprügelt hätten. Oder danach. Nun ja. Schon vor der WM fand ich die Auswahl der Testimonials äußerst kritisch, mal von den langfristigen Sponsoring-Verträgen, die diese fantastischen Einzelsportler mit dem Ausrüster abgeschlossen haben. Für eine WM sollte eine Marke eher auf Spieler setzen, die ein Spiel mitreißen und damit auffallen, und nicht die, die immer nur dann funktionieren, wenn das Team funktioniert. Das Negativbeispiel schlechthin ist Franck Ribéry, der in einem schon lange kaputten Team spielte. So gesehen hat Konkurrent Adidas zumindest mit Kaká, David Villa oder Lionel Messi die weitaus bessere Wahl getroffen.

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