Offener Brief
Liebe Hamburger Autofahrerinnen,
liebe Hamburger Autofahrer,
mit Bedauern musste ich feststellen, dass Sie echt einen an der Klatsche haben. Vor einigen Jahren teilte ich Ihnen bereits mit, dass Sie bei jeder Nichtigkeit auf die Hupe kloppen, als gäbe es kein Morgen. Den gibt es aber, also lassen Sie bitte die verdammte scheiß Hupe in Ruhe. Diese lustigen Monumente, die rechts und links von der Straße stehen, sind KEINE, ich wiederhole: KEINE Attrappen. Da wohnen Menschen drin, Menschen wie Sie. Und wenn sie sich mal stereo an die Birne fassen, werden Sie feststellen: Aha, Ohren. So, und wenn Sie bei jeder Nichtigkeit wie ein Geisteskranker auf die Hupe hauen, gehen in den lustigen Monumenten rechts und links der Straße reihenweise Gehörgänge in den Arsch. Und das ist nicht nur anatomisch höchst bedenklich.
Zudem sollten Sie endlich aufhören, sich andauernd irgendwo zu verkeilen. Wenn Sie abbiegen wollen, dann biegen Sie einfach ab – und warten nicht, bis die halbe Kreuzung zugestellt ist und Sie mit Ihrem scheiß Polo weder vorwärts noch rückwärts kommen. Und bitte, bitte, bitte hören Sie auf, IN IHREM Fahrzeug den anderen Verkehrsteilnehmern Anweisungen zuzurufen. Erstens bringt das nichts, und zweitens sieht es lächerlich aus. Ach ja, falls Sie dabei auch noch hupen, hören die anderen Sie erst recht nicht. (Übrigens habe ich JETZT in diesem Moment, da ich den Scheiß hier schreibe, schon wieder jemanden hupen hören. Auf unserem Parkplatz! Es ist nicht zu fassen …)
Dürfte ich Sie noch um einen kleinen Gefallen bitten? Wenn es keine Parkplätze gibt, dann gibt es auch keine Parkplätze. Hören Sie bitte auf, trotzdem zu parken. Das bringt nichts. Meistens finden Sie Ihr Fahrzeug irgendwo auf der Abschlepphalde wieder. Und wenn nicht, sitzt garantiert jemand, der zugeparkt wurde, stundenlang auf dem Fahrersitz und hupt – wenn es sein muss, wochenlang. Es bringt auch nichts, vor Mitarbeiterparkplätzen zu warten. Die heißen „Mitarbeiterparkplatz“, weil da Mitarbeiter drauf parken – und die arbeiten den ganzen Tag, da können Sie Ihren verdammten Arsch rissig sitzen, da kommt keiner. Und verdammt noch mal, hören Sie auf zu HUPEN!!!
Mit freundlichen Grüßen,
Maori

So, 9. August 2009 um 9:59 pm
“Die heißen „Mitarbeiterparkplatz“, weil da Mitarbeiter drauf parken – und die arbeiten den ganzen Tag, da können Sie Ihren verdammten Arsch rissig sitzen, da kommt keiner. Und verdammt noch mal, hören Sie auf zu HUPEN!!!”
Den Teil mag ich ganz besonders. Endlich sricht es mal Jemand aus, herzlichsten Dank!
So, 9. August 2009 um 10:04 pm
Wenn es diese mental unglaublich beschränkten Mitmenschen nicht gäbe oder wenn sie sich zumindest nicht mental unglaublich beschränkt verhalten würde, wäre es dann nicht sowas wie Brave New World ?
Will ja auch keiner .
So, 9. August 2009 um 11:46 pm
Nein, natürlich nicht. Aber wenigstens die Sache mit dem Hupen muss irgendwann mal ein Ende haben. Die Welt ist doch so schon laut genug …
Mo, 10. August 2009 um 2:03 pm
Recht hasse. Ich reg mich eig auch permanent drüber auf, aber mein Gott
Mo, 23. November 2009 um 7:18 pm
Uh, darf ich diesem Beitrag noch anfügen, dass außerdem viele Hamburger Radfahrer einen an der Klatsche haben? Und permanent auch die engsten Radwege in die falsche Richtung benutzen? Was besonders ärgerlich ist, wenn sie dann nicht mal den Geist haben, minimal langsamer zu werden und auszuweichen, wenn ihnen jemand (ich!) entgegenkommt.
Und jetzt im Herbst machen die Arschlöcher das auch noch:
ohne Licht. Und immer schön im Wiegetritt.
Grrr.
Do, 13. Mai 2010 um 12:52 pm
wow. über die neugier auf das buch hier gelandet, diesen eintrag gelesen, gelacht, wegen hamburg, wegen des hupens und eine gewisse seelenverwandtschaft unterstellt, die mich nun zum kommentieren zwingt.
wunderbar.