Generation Liebe

Anhand der Maslowschen Bedürfnispyramide haben wir alle, wirklich alle (auch du, mein Sohn/alternativ: meine Tochter, unehelich) gelernt, was mit dem Menschen an sich passiert, wenn er sich satt gefressen hat. Er stellt Bodyguards vor die Tür und lässt sich einfach nicht mehr verkloppen. Wenn auch das geregelt ist (Abdul macht das schon), wird gezwiebelt. Dazu gibt es für uns Männer Frauen, für die Frauen dagegen Männer. Für die, die andersrum sind, gibt es natürlich auch eine Alternative. Auf jeden Fall werden die Trauben gepflückt, der Bock geschossen, die Erdnussflips frittiert. Wenn wir uns verstanden haben, kommen wir zum nächsten Punkt: Der Mensch fängt an, sich eine dicke Karre zuzulegen, um seine geringe Arschbehaarung zu kompensieren. Außerdem fängt er an, Namebelts („FlashOne“, „HipHop“, „MaHood“, „Stazer“) zu tragen und sich die Brustwarzen zu piercen. Und wenn der Erdenbewohner auch diese Pyramidenstufe erklommen hat, zieht er mit der Spreedose los und besprüht Wände. Er rennt nackt durch den Reichstag und singt dabei „Son Of A Preacher Man“. Also zusammenfassend kann man sagen, der Mensch hat einen an der Waffel.

Zurzeit kann man in Deutschland zwischen Stufe zwei und fünf der Pyramide hoch- und runterhüpfen. Die meisten meiner Bekannten tummeln sich momentan auf Stufe drei und suchen nach der Liebe. Das Dumme an der Liebe ist, dass sie sich immer so geschickt zu verstecken oder zu tarnen weiß wie ein Trickbetrüger. Im Grunde ist die Liebe wie ein Trickbetrüger. Sie kommt unauffällig daher, sie steht vor jemandem, aber man bemerkt sie nicht. Und ehe man sich’s versieht ist sie verschwunden und hinterlässt nur entsetzte Gesichter und Traumata. Obwohl, so schlimm ist ein Trickbetrüger nun auch wieder nicht. Jedenfalls hungern viele nach Liebe, und das verstehe ich nicht. Natürlich ist sie schön, aber man muss sich ja nicht gleich völlig aufgeben und sich lächerlich machen. Machen aber viele.

Apropos lächerlich machen. Dem stehen ja Paare in nichts nach. Paare sind Seuchen. Sie belästigen, nein, sie schänden ihre Umwelt mit dem ewig dauernden Gesabbere und ihrem Getatsche, mit dem nicht mal Kölner Friseurazubis mithalten können – obwohl sie wirklich alles geben. Sie nehmen keine Rücksicht auf Bekannte, Verwandte, Freunde. Du hockst auf der Couch und willst fernsehen, und die schieben sich vor deinen Augen die Zunge in irgendwelche Körperöffnungen. Das ist nicht feierlich, nein, nein, nein! Da hilft nur eines: Ein Eimer voll mit Sauerkraut. Kann man immer und überall jedem Deppen übern Kopp kippen.

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