Wir kreuzen Produkte!

Seit geraumer Zeit tragen die Bemühungen und Überlegungen der industriellen Konsumgüterentwicklung seltsame Früchte. So ist mir vor einiger Zeit bereits aufgefallen, dass es heutzutage wahrscheinlicher ist, dass ein Shampoo gesünder ist und auch bei weitem besser schmeckt als ein Joghurt. In einem grünen oder orangefarbenen Kunststoffbehälter sieht das Shampoo auch weitaus mehr nach Lebensmittel aus als die klinisch-sterile Contergan-Gedächtnispackung von LC1. Die Inhaltsstoffe sprechen eine ähnliche Sprache. Während das Shampoo mit Fruchtextrakten und Vitaminen daherkommt, droht der Joghurt mit Aloe-Vera-Ölen und chemischen Zusätzen. Kein Wunder, dass sich seit langem schon Frauen Joghurt, Quark und sonstige Köstlichkeiten in die Fresse schmieren ob der nie endenden Hoffnung nach einer noch glatteren Haut als Opas Dachpappe.

Wenn ich mir die Vermengung von Digitalkameras und Mobiltelefonen angucke wird mir als Technikliebhaber schummrig im Hirnschmalz. Seit Jahren schon warte ich auf ein Fernsehgerät kombiniert mit einem Kühlschrank, stattdessen entwickeln die Ingenieure dieser Welt schwachsinnigste Hybridgegenstände. Dabei sind Mobiltelefone mit Digitalkameras noch harmloser Natur. Neuerdings gibt es Flaschen, die an ihrem Boden einen Flaschenöffner integriert haben. Das ist so, als hätte die Gummipuppe von Pater Paulus einen eigenen Schwanz am Fuß. Ich wage zu bezweifeln, dass das Ende der Fahnenstange erreicht ist. Wenn erstmal das Kopfkissen mit integrierter Kreissäge erfunden wird, werden die Erfinder schon merken, dass nicht alles hybrid ist, was glänzt.

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