WM06 XXIV
GER-POR 3:1
Ich habe es gewagt und mich in eine Public Viewing Area begeben, einem so genannten „FIFA Fan Fest“. Zum Glück wurde keine amerikanische Pissplörre verkauft, sondern Brinkhoff’s. Ach ja, ich war in Gelsenkirchen auf der Glückauf-Kampfbahn. So sah das da aus:

Bei der portugiesischen Hymne pfiffen einige Ewiggestrige, die hätte ich am liebsten im Pazifik versenkt. Durfte ich aber nicht. Stattdessen sah ich, wie sich beide Mannschaften in der ersten Halbzeit einen offenen Schlagabtausch lieferten. Die Umstellungen sah man ihnen an, besonders den Deutschen. Portugal kam zu hochklassigen Chancen, doch vor Oliver Kahn kackten sich die portugiesischen Stars in die Hose. Eine einmal mehr schlechte Leistung lieferte Schweinsteiger ab, der sich einen Fehlpass nach dem anderen leistete – zudem startete er trotz Unfähigkeit zwanzig Dribblings. Idiot.
Nach der Halbzeitpause, die zum Bierholen genutzt wurde, machten die Portugiesen weiter Druck, so dass man den Eindruck bekam, sie wollten das Spiel gewinnen. Eine Unverschämtheit. Und der soeben noch zu Recht heftig kritisierte Schweinsteiger zog einfach mal ab. Ricardo machte den Fliegenfänger, und der Ball war drin. Der Freistoß, der dann von Petit ins eigene Tor abgefälscht wurde, war sauber getreten. Und der dritte Treffer, nun ja, Bastian Schweinsteiger fand in einer unwichtigen Partie zu alter Form zurück. Super. Hilft uns jetzt aber auch nicht weiter.
Wenn man mal Bilanz zieht muss man schon sagen, dass die deutsche Mannschaft eine recht gute Leistung abgeliefert hat. Eine Partie verloren, alle anderen gewonnen, das ist auch mal eine Leistung. Der dritte Platz war deshalb wichtig, weil nun alle Deutschen mit einem positiven Gefühl aus dem Turnier gehen. Man hat das letzte Spiel gewonnen, noch einmal eine gute Mannschaft geschlagen, was will man mehr?
Weltmeister der Leber
Von wegen Weltmeister der Herzen. Aber egal. Die Gewinner und Verlierer des Tages, immer wieder gern gelesen und schnell vergessen. Der Gewinner: Bastian Schweinsteiger. Ja, Herr BiFi. So kann’s gehen. Gestern scheiße, heute gut. Ich hoffe, morgen wieder scheiße. Bayernarsch. Der Verlierer des Tages: Cristiano Ronaldo. Nicht nur, dass er sich nach dem Spiel bei Mutti ausheulen musste, nein, er hat auch eine der schönsten Fehlpässe in der WM-Geschichte gegeben und damit gezeigt, dass Fußball nicht schön sein muss, sondern effektiv. Auch mal den einfachen Pass spielen, Cristiano. Und sich nicht andauernd fallen lassen – dieser kleine Pisser. Auf Wiedersehen.

So, 9. Juli 2006 um 5:16 pm
Wie Cristiano Ronaldo in Stuttgart ausgepfiffen wurde, das war extrem unsportlich und unappetitlich! Dass einer dann Fehler macht, ist ja wohl verständlich!
So, 9. Juli 2006 um 7:11 pm
Ich hätte ihn auch gnadenlos ausgepfiffen. Genauso Möller. Beides Penner und Heulsusen mit Schwächeanfällen, sobald sie im 16er stehen.
Und jetzt erster Spieltag. Bayern die Bude vollhauen.
So, 9. Juli 2006 um 8:00 pm
Lieber Sergej,
unsportliche und unfaire Spieler müssen ausgepfiffen und aus dem Stadion gejagt werden. Genau solche Pisser wie er machen den Sport kaputt. Hätte er sich im Turnier durch Fairness und klasse Szenen ausgezeichnet, er wäre garantiert nicht ausgepfiffen worden. Kein Grund, Mitleid mit dem Baby-Millionär zu haben.
Do, 13. Juli 2006 um 4:01 pm
Ernst Jünger: “Wenn es gilt, in Masse über einen Einzelnen herzufallen, sind die Deutschen immer dabei; es muß nur ungefährlich sein.” (”Siebzig verweht”, 1993)
Do, 13. Juli 2006 um 8:00 pm
Ich bin Japaner, Sergej.
So, 16. Juli 2006 um 10:03 pm
Hehe.